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Best Practice: Corporate Blog = Employer Branding

von Sandra Coy


Karriere, Kaffee, Mode, Unternehmens-Verantwortung. Als wir vor drei Jahren unseren Corporate Blog starteten, freuten wir uns auf einen neuen Kanal, der unsere bunte Themenvielfalt in einem völlig neuen Licht präsentieren konnte. Steht Tchibo doch für Kaffee-Expertise und stets wechselnde, überraschende Themenwelten (unsere Non Food Produkte), darüber hinaus ist Tchibo ein attraktiver Arbeitgeber und ein nachhaltig wirtschaftendes Familienunternehmen.

Wir hofften, im Corporate Blog das ideale Medium gefunden zu haben, alle diese Botschaften glaubwürdig und authentisch zu vermitteln. Und sollten Recht behalten. Heute, 500 Beiträge und 8800 Kommentare später, hat sich der Tchibo Blog eine gute Präsenz im Web erarbeitet und ist als Markenbotschafter für alle Themenfelder unterwegs.


Glaubwürdiges Storytelling

Wir sind über ein glaubwürdiges Storytelling in der Lage, die Menschen hinter der Marke authentisch zu präsentieren. Und wir können in Krisenzeiten reagieren. Um mit Klaus Eck zu sprechen: „Ein Corporate Blog ist, so er gut bespielt wird, eine fantastische Kommunikationszentrale, die auf vielen Ebenen wirkt.“

Auch und vor allem beim Employer Branding. Denn natürlich haben wir eine offizielle Karriereseite mit allen relevanten Inhalten. Doch diese ist nur begrenzt in der Lage, den Tchibo Spirit zu vermitteln.

Den Markengeist aber findet man leicht im Corporate Blog. Etwa in Themenserien zu „Beruf und Familie“ oder „Tchibo Expats“, in selbstgedrehten Videos unserer Kaffee-Einkäufer aus den Ursprungsländern oder in Berichten über Dresscode, Kantine und Weihnachtsfeier. Denn gerade diese weichen Faktoren sind wesentlich bei der Entscheidungsfindung, wie wir bei Bewerbungsgesprächen oft zurückgespielt bekommen.


Corporate Blog: Der Aufwand lohnt sich

Öffnung und Dialogbereitschaft sind zwei der wichtigsten Bestandteile, die ein Unternehmen beim Corporate Blogging braucht. Wer seinen Mitarbeitern nur nach langen Abstimmungsrunden „vertraut“, kann keinen Blog führen. Hier geht es um persönliche Eindrücke und Geschichten, optimalerweise bestückt mit vielen (guten!) Fotos, Videos oder gar Podcasts (haben wir noch nicht). Respekt vor dem Aufwand sollte auch vorhanden sein, denn der ist nicht ohne. Doch es lohnt sich.

Mitarbeiter-Video bei Tchibo
Mit Mitarbeiter-Videos füllt Tchibo in seinem Blog typische Stellenanzeigen-Worthülsen wie "Spannende Jobs" mit Leben 

Wir haben für jedes Themenfeld wie etwa Kaffee oder Karriere Experten aus den Fachabteilungen benannt. So bloggen zum Beispiel zwei Kaffee-Einkäufer über ihre Reisen nach Afrika, Guatemala oder Brasilien. Tatsächlich zahlt nicht nur die Karriere-Rubrik auf das Thema Employer Branding ein, sondern alle Rubriken – denn in der Regel bewirbt sich der Bewerber ja für einen Fachbereich.

Was ich allerdings empfehle: Themenhoheit und Organisation sollten bei Corporate Communications liegen, ein Freiflug („Irgendjemand schreibt schon irgendwas“) klappt in der Regel nicht. Empfehlenswert sind etwa 3 Beiträge pro Woche, gerne auch als Themenserien (z.B. „Berufe in der Produktion“).


Bewerber aus dem Nichts dank Corporate Blog

Schöner Nebeneffekt: Oft werden Blogthemen auch über die Google-Suche gefunden, da Blogs sehr gute Platzierungen auf den Suchergebnisseiten erreichen. Möglicherweise landen Bewerber also auf  einem Unternehmens-Blog, ohne vorher gewusst zu haben, dass diese Firma wirklich spannend ist. Jetzt wissen sie es.

Deshalb: Eine Presseinformation hat im Blog genauso wenig  zu suchen wie ein Marketingtext. Die Schreibform ist subjektiv, es sollte mit den Formen gespielt werden: Entweder schreiben Kollegen selbst oder sie können auf Interviewfragen antworten. Immer wichtiger werden auch Fotos und Bewegtbilder. Ja, das alles kostet Zeit, doch sie zahlt sich langfristig aus. Ob man einen Blog für alle Mitarbeiter öffnet (wie etwa der Daimler Blog) oder nur einer begrenzten Schar das Wort erteilt, ist Ermessensache. Auch wir könnten uns vorstellen, den Kreis bald zu erweitern.

 

Über die Autorin:
Sandra CoySandra Coy verantwortet als Chief Editor Corporate Communications den Unternehmensblog der Tchibo GmbH. 2013 errang sie mit dem Blog beim Publikumspreis des "Online-Star" den zweiten Platz in der Kategorie "Bester Corporate Blog"

 

 

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