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Firmenprofil: Besucherzahl mit SEO steigern

von Lukas große Klönne

Je mehr Personen sich ein Firmenprofil anschauen, desto besser. So kann man sich als Arbeitgeber sowie seine Produkte vorstellen und neue Bewerber, Kunden und Geschäftspartner gewinnen. Doch oft verhindert die Corporate Identity (C.I.) vieler Unternehmen, dass die Grundregeln der Suchmaschinenoptimierung (SEO) bei Texten auf den Profilseiten berücksichtigt werden. Dadurch verschenken Unternehmen viel Potential – und im Recruiting potentielle Bewerber. Gerade für unbekanntere Unternehmen bietet es sich daher an, ihre Profile im Netz an prominenter Suchmaschinenposition zu platzieren. 


Corporate Identity vs. Suchmaschinenoptimierung

Google verwendet einen speziellen Algorithmus zur Bestimmung der Reihenfolge der Suchergebnisse. Auch wenn Google die genaue Berechnung und Gewichtung der über 200 Einzelfaktoren nicht im Detail verrät, hat der Konzern einige Grundprinzipien der Suchmaschinenoptimierung bekannt gegeben. Zwei wichtige Punkte sind dabei die Keyword Density und Duplicate Content.

Die Keyword Density (Keyword Dichte) ist eine Maßzahl, mit welcher Häufigkeit ein bestimmter Schlüsselbegriff in dem Text vorkommt. Duplicate Content (Doppelter Inhalt) gibt an, ob es sich bei dem Text um eine Kopie oder um einen einzigartigen Text handelt.

Andere Suchmaschinen wie Yahoo oder Bing spielen in Deutschland eine untergeordnete Rolle bei der Optimierung: über 90 Prozent aller Suchanfragen werden hierzulande bei Google eingegeben.  

Ein gut platziertes Firmenprofil kann mehr Bewerber anlocken.
Suchergebnisse zum Stichwort "Unternehmensprofil". Philips und BMW haben schon ganze Arbeit geleistet.


Ranking von Profilseiten dank Keyword Densitiy verbessern

Beispiel: Die Arbeitgeber GmbH bucht ein Firmenprofil bei einer Stellenbörse.

In dem Text sollte etwa zu 3 Prozent der Firmenname „Arbeitgeber GmbH“ vorkommen. Zudem sollten weitere Schlüsselbegriffe wie Karriere, Einstieg, Jobs, Traineeprogramm und Stellenangebote enthalten sein. So erkennt Google leichter den thematischen Kontext  und kann die Seite bei entsprechenden Suchanfragen vorne im Ranking einordnen.

Aber Vorsicht: Bei zu geringer Keyword-Dichte (weniger als 1,0%) erkennt Google womöglich nicht, worum es inhaltlich auf der Webseite geht. Wenn die Keywords allerdings zu häufig verwendet werden (über 5%), dann kann Google das als Spam oder Manipulationsversuch werten. Zudem ist ein Text mit einer so hohen Keyword Density schon allein aus ästhetischen Gründen nicht schön zu lesen.

Zwei Tipps, um die Keyword Density zu erhöhen: Schreiben Sie im Text über das Unternehmen nicht so oft „wir“ und „unsere“, sondern verwenden Sie stattdessen vermehrt den Firmennamen. Verwenden Sie außerdem Zwischenüberschriften und bauen Sie darin die Keywords ein.


Duplicate Content: Beispiel und Handlungsempfehlung für Firmenprofile

Wenn ein bestehender Text aus dem Internet an einer anderen Stelle in gleicher Form veröffentlicht wird, dann bewertet Google diesen „Aufguss“ schlechter. Der Grundgedanke dahinter: Die Webseite des Originaltextes wird besser gestellt als die Webseite mit der Kopie. Alles andere wäre schließlich unfair und würde außerdem dazu führen, dass viele Webseiten Inhalte abschreiben anstatt neue Inhalte zu erstellen. Handelt es sich bei einem Text um „Doppelten Inhalt“, kann es sogar sein, dass dieser gar nicht in den Google-Suchergebnissen berücksichtigt wird. Dennoch bestehen viele Unternehmen darauf, ihren immer gleichen Corporate Identity-Text auf den Firmenprofilen zu verwenden. Wenn auch nur ein Wort verändert wird, bekommt so mancher C.I.-Hüter schon Schnappatmung.

In Offline-Medien mag ein einheitlicher Text angebracht sein, im Internet ist er das aber nicht. So beraubt man sich potentieller Besucher des Firmenprofils.
 

Tipp: Profiltext passend zum Portal

Dabei ist es nicht so, dass der Text jedes Mal komplett neu geschrieben werden muss und sich nicht ähneln darf. Etwa ein Drittel des Textes darf sogar identisch sein. Ansonsten reicht es schon, Sätze umzustellen, Sätze anders zu formulieren, etwas wegzulassen und anderes hinzuzufügen.

Bleiben wir am Beispiel mit dem Firmenprofil bei einer Stellenbörse: Was ist die genauere Zielgruppe des Portals – Praktikanten, Trainees, Young Professionals oder Führungskräfte? Gehen Sie in dem Profiltext stark auf die jeweilige Zielgruppe ein. Dadurch erhöht sich die Chance, dass sich die Leser auch angesprochen fühlen und sich weiter zu Ihrem Unternehmen klicken. Dass sich der Profiltext durch die zielgruppengerechte Ansprache ändert, ist ein positiver Nebeneffekt.


Weitere SEO-Tipps fürs Firmenprofil

Auch darauf sollten Sie bei einem Firmenprofil aus der SEO-Perspektive beachten:

- Keywords in der URL integrieren

- Der Text sollte mindestens 300 Wörter lang sein

- Integration von Bildern, Videos und multimedialen Inhalten

- Verlinkung Ihrer Webseite (wenn möglich auch zu Ihren Profilen bei Facebook, Twitter, Xing)


Beispiel für ein gutes Firmenprofil

Das Firmenprofil der BMW Group auf dem Trainee-Portal Trainee-Gefluester.de kommt dem Ideal schon ziemlich nahe. Zielgruppe sind Hochschulabsolventen, die ihre Karriere mit einem Trainee-Programm starten wollen.

>> http://trainee-gefluester.de/unternehmen/bmw

- Hoch relvenate Informationn für potentielle Bewerber

- Zwischenüberschriften mit Keywords

- Integration von Bildern und Logos

- Weiterführende Links zu Homepage, Karriereseite sowie zum Facebook-, Twitter- und
  Xing-Profil von BMW

- Keyworddichte für BMW (1,6%)  und Trainee (1,0%) sind ok, könnten aber auch noch
  höher sein

Googlen Sie mal "bmw trainee". Sie werden sehen, wie gut das Firmenprofil in den Suchergebnissen angezeigt wird. 

Im Sinne Ihres Bewerberaufkommens sollten Sie also die eine oder andere Diskussion mit der Unternehmenskommunikation nicht scheuen. Die richtigen Argumente haben Sie jetzt ja. 


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