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GenY-Barometer: Weiterbildungsangebot ausbaufähig

Aller Anfang ist schwer? Im Gegenteil! Das aktuelle GenY-Barometer ergab: Berufsanfänger fühlen sich von Kollegen meist gut aufgenommen. Verbesserungspotentiale gibt es jedoch beim Weiterbildungsangebot.

Die Gute Nachricht zuerst: Fast die Hälfte der deutschen Berufseinsteiger ist mit ihrem Arbeitgeber im ersten Berufsjahr insgesamt zufrieden. Nur etwa jeder Fünfte würde seinen Arbeitgeber durchfallen lassen. Das ergab der aktuelle GenY-Barometer, der quartalsweise von ABSOLVENTA Jobnet unter rund 500 Akademikern zwischen 25 und 30 Jahren erhoben wird.

Weniger gut fiel dagegen das Urteil über das Weiterbildungsangebot aus. Nicht einmal jeder Zehnte ist damit vollends zufrieden. Gehen Sie hier künftig verstärkt auf die Wünsche Ihrer Neulinge ein! Hinterfragen Sie in persönlichen Feedbackgesprächen, in welchen Bereichen jeder Einzelne für sich noch Schulungsbedarf sieht und federn Sie unrealistische Vorstellungen gegebenfalls ab.

Abgründe tun sich auch beim Thema Mitarbeiterbindung auf: Fast zwei Drittel streben bereits nach dem ersten Jahr einen Jobwechsel an. Dementsprechend würden auch nur gut 30 Prozent ihren Arbeitgeber bedenkenlos weiterempfehlen. Vor allem die niedrige Weiterempfehlungsquote sollte Personaler aufschrecken lassen, verbauen sie sich doch so den günstigsten Recruiting-Kanal überhaupt.
 

Ergebnisse des ABSOLVENTA Jobnet GenY-Barometers im Q4/2014
 

Mittelstand überzeugt Berufseinsteiger

Am schlechtesten schnitten insgesamt die Großkonzerne ab: Nicht einmal 40 Prozent der jungen Jobeinsteiger waren hier mit ihrem ersten Jahr zufrieden. Daran konnten auch die vergleichsweise hohen Gehälter und besseren Weiterbildungsmöglichkeiten nichts ändern. Eine Ursache hierfür könnte die Unternehmensgröße an sich sein. Dadurch kommt sich der ein oder andere Neuling oftmals nur wie eine Nummer vor. Als gefragter Konzern mit einer (vermeintlich) starken Arbeitgebermarke stehen die Bewerber schließlich Schlange – somit fehlt es häufig an Wertschätzung für den Einzelnen. Personaler und Fachabteilung sollten also darauf achten, gerade Berufsanfängern einen warmen Empfang im Unternehmen zu bereiten und strukturierte Onboarding-Maßnahmen vorbereiten.

Starre Strukturen und fehlende Gestaltungsmöglichkeiten bremsen zudem oftmals schon nach kurzer Zeit den Tatendrang vieler hochmotivierter Berufsneulinge. Daher sollte man insbesondere jungen Absolventen schon frühzeitig eigene Projekte übertragen, in denen sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Ein offenes Ohr für neue Vorschläge sollte auch selbstverständlich sein.

Klarer Sieger sind dagegen die kleinen und mittelständischen Unternehmen mit jeweils 46 und 52 Prozent positiver Gesamtbewertung. Insbesondere die weichen Faktoren wie etwa die Arbeitsatmosphäre und das hohe Maß an Verantwortung, welches den Berufsneulingen hier übertragen wurde, konnten überzeugen. In Sachen Loyalität und Weiterempfehlungsbereitschaft ist der deutsche Mittelstand insgesamt ungeschlagen. Alle anderen sollten, um die Mitarbeiterbindung zu festigen, verstärkt um die Zufriedenheit jedes Einzelnen bemüht sein. Sorgen Sie für eine angemessene Work-Life-Balance, zeigen Sie dem Neuling persönliche Entwicklungsmöglichkeit und Karriereperspektiven auf. Jedoch ohne falsche Versprechungen zu machen!
 

Begehrte Kandidaten erfahren Sonderbehandlung

Doch auch zwischen den verschiedenen Branchen gibt es starke Unterschiede. So ergab das ABSOLVENTA GenY-Barometer, dass sich insbesondere jene Unternehmen sehr um ihre Berufsneulinge bemühen, die besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen sind. Beispiel: Während 56 Prozent der Ingenieure und 55 Prozent der IT-Spezialisten ihre ersten Berufserfahrungen als sehr gut oder gut bezeichnen und damit über dem Durchschnitt liegen, sind es bei den Geisteswissenschaftlern und den Wirtschaftsabsolventen lediglich 40 Prozent. Ursächlich dafür sind vor allem Unterschiede bei den Gehältern und der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit.

„Unser GenY-Barometer verdeutlicht: Die Willkommenskultur hat bei vielen Arbeitgebern an Bedeutung gewonnen. Hier hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass die Zufriedenheit von Berufsstartern wichtiger Bestandteil einer funktionierenden Arbeitgebermarke ist. Vor allem mittelständische Unternehmen leben diese Erkenntnis in besonderem Maße. Das zeigt: Sie haben erkannt, dass die Absolventen von heute ihre Führungskräfte von morgen sind,“ so Christoph Jost, Gründer und Geschäftsführer von ABSOLVENTA Jobnet, zu den Ergebnissen des aktuellen GenY-Barometers.

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