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GenY: Der Einsatz steht

von Jana Teuber

Das aktuelle ABSOLVENTA-GenY-Barometer zeigt: Die GenY verfolgt große Karriereziele, ist dafür aber auch zu großen Zugeständnissen bereit.

Die GenY ist und bleibt eine ambitionierte Karriere-Generation. Allerdings: Sie ist sich auch im Klaren darüber, dass es an ihr selbst liegt, ob sie wirklich eine erfolgreiche Berufslaufbahn einschlagen kann oder nicht. Zudem: Sie ist zu einigen Zugeständnissen bereit, wenn dies ihrer Karriere zuträglich ist. Das sind die zentralen Ergebnisse des aktuellen ABSOLVENTA-GenY-Barometers, das wir quartalsweise gemeinsam mit der Uni Koblenz erheben und veröffentlichen. Das Thema der aktuellen Ausgabe: Die Karriereplanung der jungen Arbeitsmarktgeneration.

GenY sieht sich selbst in der Pflicht

Die Ergebnisse sind teilweise überraschend. Denn während man in der Vergangenheit oftmals davon ausging, dass die GenY von ihren Arbeitgebern und den direkten Vorgesetzten erwarte, dass auch sie die Karriere voran treiben, zeichnet das aktuelle GenY-Barometer ein etwas anderes Bild. Demnach sagen 67 Prozent der Befragten, dass die eigene Persönlichkeit der wichtigste Karrieretreiber ist. Dicht dahinter im Ranking der Karrieretreiber aus Sicht der GenY: Die eigene Leistungsbereitschaft, die erworbene Erfahrung sowie die im Job gezeigten Leistungen. Wir notieren also: Die GenY erwartet nicht nur viel von anderen, sondern vor allem auch von sich selbst.

Ab in die Verantwortung – aber nicht, wenn es um Geld oder Personal geht

Und was die GenY von sich selbst erwartet, ist nicht eben wenig. Die Karriereziele sind hoch in der jungen Berufsstarter-Generation, die vehement auf den Arbeitsmarkt drängt. Eine Rolle als Spezialist im eigenen Fachgebiet streben nämlich, gemäß GenY-Barometers, nur ein Viertel der Befragten an. Die weit überwiegende Mehrheit hat deutlich mehr Verantwortung im Karriere-Visier. Hoch im Kurs stehen Positionen als Team- oder Projektleiter (26 Prozent), als Abteilungsleiter (ebenfalls 26 Prozent) sowie gar in der Unternehmensführung. Interessant dabei: Diese Positionen sollen vergleichsweise schnell erreicht werden. Beispiel: Für 37 Prozent der Teamleiter-Aspiranten ist es das Ziel, eine solche Position bereits nach vier Jahren zu bekleiden. Selbst die Kandidaten, die sich im Laufe der Karriere im Vorstand oder der Geschäftsführung eines Unternehmens sehen, wollen dies vergleichsweise schnell erreichen: Ein Drittel von ihnen sieht sich schon fünf bis acht Jahre nach dem Einstieg auf einer solchen exponierten Position, ein weiteres, etwas „bescheideneres“ Drittel, neun bis zwölf Jahre danach.

Während die Ziele der GenY extrem ambitioniert sind, zieht sie sich allerdings etwas ins Schneckenhäuschen zurück, wenn es darum geht, wie viel Verantwortung es am Ende denn wirklich sein soll. Am liebsten trägt die GenY Projektverantwortung (48 Prozent) sowie Aufgabenverantwortung (30 Prozent). Respekt hat sie indes vor Personalverantwortung (nur 18 Prozent) sowie vor allem vor der Verantwortung für finanzielles Budget – für das sich gerade einmal vier Prozent interessieren.

Überstunden für die Karriere? Kein Problem!

Entgegen vieler Vorurteile ist die GenY für eine erfolgreiche Laufbahn zu teilweise großen Zugeständnissen bereit. Fast flächendeckend (98 Prozent der im GenY-Barometer befragten Kandidaten) kann sie sich etwa vorstellen, sowohl Aufgaben als auch Positionen und Funktionen zum Wohl der Karriere jederzeit zu wechseln. Darüber hinaus schreckt sie auch vor deutlich höherer Arbeitszeit nicht zurück. 58 Prozent der Befragten können sich jedenfalls vorstellen, länger als 40 Stunden zu arbeiten, wenn dies ihrem beruflichen Erfolg nutzt. Mehr als die Hälfte davon sind gar bereit zwischen 46 und 50 Wochenstunden zu akzeptieren, weitere 22 Prozent sogar 51 bis 55 Wochenstunden. Weiteres ungeahntes Zugeständnis: Für die Karriere verzichtet die GenY auf eine vergleichsweise hohe Bezahlung. Mehr noch: 58 Prozent sind bereit für ein geringeres Gehalt als das Durchschnittseinkommen zu arbeiten, wenn sie dafür besser vorankommen.

Ein geteiltes Meinungsbild zeigt sich allerdings, wenn es um Einschränkungen in Sachen Familienplanung geht. Denn während der größte Teil der GenY zu erhöhtem Leistungsdruck im Job bereit ist (82 Prozent würden diesen akzeptieren), sagt gut die Hälfte der Befragten (49 Prozent), dass sie sofort auf einen Karriereschritt verzichten würden, wenn dafür die Familienplanung hinten angestellt werden muss. Ähnlich geteilt, die Ergebnisse, wenn Zeit für Partner oder Freunde für den Job geopfert werden soll. Dies würden „nur“ 52 Prozent der Befragten tun.

Fazit: Die GenY ist bereit, für eine erfolgreiche Berufslaufbahn einiges zu geben. Sie weiß, dass sie selbst in der Pflicht steht, wenn es darum geht, voran zu kommen. Vor diesem Hintergrund sind die hohen Ziele, die sich setzt, kein ausuferndes Selbstbewusstsein, sondern eine ambitionierte Anspruchshaltung, zu der sie aber bereit ist, tatkräftig beizutragen.

 

>> GenY-Barometer | Karriereplan der jungen Arbeitsmarkt-Generation (PDF)