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Serie: Next Generation Recruiter (6): Navigation und interne Kommunikation

von Robindro Ullah


In einem proaktiven Recruiting-Prozess ist der Bewerber Kunde und der Recruiter Verkäufer. Letztere müssen ihre Produkte (Arbeitgeber, Stellen, Fachbereiche) genau kennen und den Kunden durch den Bewerbungsprozess navigieren, welcher je nach Unternehmensgröße beliebig komplex sein kann.

Am Ende unserer Serie geht der Blick zurück in das rekrutierende Unternehmen. Der moderne Recruiter sollte detailliertes Wissen über selbiges besitzen. Schließlich muss er den Bewerber durch den Dschungel der Fachbereiche und Vakanzen navigieren können. Dabei helfen dem Recruiter Netzwerke, die er im eigenen Unternehmen aufgebaut hat. Wichtig ist es, die Unternehmensstrukturen zu verstehen und Schlüsselfiguren in den Fachabteilungen zu kennen. Nur so kann man sicherstellen, dass der Bewerber neben den harten Fakten aus dem Lebenslauf auch den nötigen „Cultural Fit“ mitbringt, das heißt charakterlich in sein neues Arbeitsumfeld passt. Das ist nur durch intensives Netzwerken und eine ausgeprägte interne Kommunikation möglich.

Zudem muss der moderne Recruiter, wie bereits in anderen Teilen dieser Serie beschrieben, service- und verkaufsorientiert auftreten. Zum Dienst an seinen „Kunden“ gehört auch, diese durch das komplette Bewerbungsverfahren zu navigieren und stets ein Ansprechpartner zu sein. Zu groß ist die Gefahr, dass der Kandidat im letzten Moment wegen langsamer Prozesse und Intransparenz abspringt. Einen gleichsam passenden und interessierten Kandidaten im letzten Prozessschritt zu verlieren, kommt einem Investitionsverlust gleich. Denn meist hat der Recruiter viel Arbeit in Form von Personalmarketing und Sourcing in die Anwerbung gesteckt.

Scheitert man auf den letzten Metern, hat man also schnell Kapazitäten und viel Geld verbrannt.


Die nächste Generation von Recruitern


Mit Folge sechs endet unsere Serie über die Anforderungen an moderne Recruiter. Die genannten Kompetenzen können als Anreiz für ein betriebliches Schulungskonzept dienen, aber auch ein individueller Anstoß zur Weiterbildung sein. Die einzelnen Punkte müssen natürlich – abseits des generellen Basiswissens – unternehmensspezifisch angepasst und auf die Spezialgebiete einzelner Recruiter zugeschnitten werden.

Unbenommen bleibt aber die Tatsache, dass wir hier längst ein neues Berufsbild vorliegen haben. Der Markt verlangt nach Spezialisten und das Personalmanagement muss dieser Aufforderung gerecht werden. Denn letztlich hängt an diesem neuen Jobprofil die Nachführung der wichtigsten Ressource eines Betriebs: Human Resources. Mit ihnen steht und fällt die Wettbewerbsfähigkeit auf den Märkten von morgen – und damit das Überleben des Unternehmens.

Alle Teile der Serie "Next Generation Recruiter" im Überblick:

Intro: Recruiter damals und heute – eine Bestandsaufnahme
Teil eins: HR-Kommunikation
Teil zwei: Umgang mit Technik, Apps und Gadgets
Teil drei: Zeit-, Selbst- und Online-Reputation-Management
Teil vier: Social Media-Recruiting
Teil fünf: Innovation und Kreativität im Recruiting
Teil sechs: Navigation und interne Kommunikation

 

 

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