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Serie: Next Generation Recruiter (5): Kreativität und Innovation

von Robindro Ullah


Zwei Begriffe, die leicht gesagt sind, aber gerade dem Personalmanagement selten attestiert werden. Um sich als Recruiter am Markt behaupten zu können, muss man jedoch mittlerweile in kreativen Prozessen und innovativen Konzepten denken. Stichwort Personalmarketing.

Vor einiger Zeit wurde mir gesagt: „Wir Recruiter müssen nicht innovativ und kreativ sein! Dafür gibt es doch den strategischen Bereich!“ Mit einer solchen Meinung gewinnen Traditionalisten bei mir keinen Blumentopf. Denn Innovation und Kreation sind zwei Faktoren, die uns im War for Talents am Leben halten. Der moderne Recruiter muss seine Innovationskraft bis in die dunkelste Prozessecke spürbar machen, sich jeden Tag kreativ aufs Neue fordern. Egal ob ausgefallene Recruiting-Events oder treffsicheres Sourcing, beides kann zur kreativen Spielwiese werden.

Damit sich Kreativität und Innovation voll entfalten können, muss dem modernen Recruiter indes die richtige Umgebung geschaffen werden. In der einen oder anderen HR-Abteilung mag es diesbezüglich noch Nachbesserungsbedarf geben. Vorgesetzte müssen jedoch Freiräume erlauben, in denen kreativ gedacht und entwickelt werden darf, sowie Rahmenbedingungen schaffen, die es erlauben, ausgetretene Pfade zu verlassen.


Recruitainment-Event und trojanischer Kaffee

Eines der erfolgreichsten Recruitainment-Events (Recruitainment: die Verbindung von Entertainment und Recruiting) meines ehemaligen Arbeitgebers war die Aktion „Nachts im DB-Museum“. In Anlehnung an den Film „Nachts im Museum“ mit Ben Stiller, hatten sich Recruiter der Bahn ein sehr innovatives Recruiting-Konzept für Schüler überlegt. Neben der Einbindung verschiedenster Medien, zum Beispiel einer QR-Code-Schnitzeljagd, gab es auch Entertainment-Elemente. Eine Theatergruppe war engagiert worden, die sich als alte Eisenbahner verkleidet im Museum versteckte. 30 Schüler nahmen am Event teil, und fast ein Drittel konnte schließlich als Bewerber gewonnen werden.

Die Aktion „Trojanischer Kaffee“ war ein Recruiting-Event der aktiven Sorte. Dabei verteilte die Deutsche Bahn morgens in der S-Bahn Kaffee. Der Clou: auf die Becher waren aktuelle, zielgruppengerechte Stellenanzeigen gedruckt. Ziel war es, Facharbeiter vor dem morgendlichen Schichtbeginn abzufangen. Anschließend sollten sie die Kaffeebecher mit den Jobs bis in ihr Werk tragen, wo sich die Aufmerksamkeit multiplizieren würde. Insgesamt wurden über 300 Kaffeebecher verteilt und so auf einem innovativen und kostengünstigen Weg Stellenangebote verbreitet – direkt an die Zielgruppe. So kann es aussehen, wenn man einfach „mal anders“ auf Bewerberfang geht.

Lesen Sie im sechsten Teil unserer Serie „Next Generation Recruiter“, wie der moderne Recruiter für einen perfekten Match zwischen Bewerber und Stelle sorgt.

Alle Teile der Serie "Next Generation Recruiter" im Überblick:

Intro: Recruiter damals und heute – eine Bestandsaufnahme
Teil eins: HR-Kommunikation
Teil zwei: Umgang mit Technik, Apps und Gadgets
Teil drei: Zeit-, Selbst- und Online-Reputation-Management
Teil vier: Social Media-Recruiting
Teil fünf: Innovation und Kreativität im Recruiting
Teil sechs: Navigation und interne Kommunikation

 

 

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