HR-News & Trends

Online Reputation Management für Personaler

Aufbau und Pflege der Employer Brand nehmen im Arbeitsalltag eines Personalmanagers viel Zeit in Anspruch. Darüber vergessen jedoch viele, an ihrem eigenen Image gegenüber Bewerbern im Web 2.0 zu feilen. Online Reputation Management schafft hier Abhilfe.

Bei den meisten Personalmanagern ist es gang und gäbe, den Kandidaten vor dem persönlichen Bewerbungsgespräch zu googeln. Schließlich ist es die schnellste und einfachste Möglichkeit, Zusatzinformationen über Bewerber zu erhalten, die nicht im Lebenslauf zu finden sind. Doch haben Sie schon einmal daran gedacht, dass das ganze Spiel auch umgekehrt funktioniert? Was wird also ein Bewerber finden, wenn er Sie googelt?
 

Ego-Googeln: Was steht über mich im Netz?

Zunächst einmal sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie – ob Sie wollen oder nicht – auch im Internet das Aushängeschild des Unternehmens sind. Egal ob auf der Unternehmens-Homepage, bei Xing oder als Kontaktperson in einer Stellenanzeige. Irgendwo im Netz ist Ihr Name (hoffentlich) in Verbindung mit Ihrem Arbeitgeber zu finden.

Wenn möglich, werden sich Bewerber im Vorfeld eines Interviews über Sie erkundigen. Das tut der Kandidat nicht etwa, um peinliche Fotos von Ihnen im Netz zu entdecken, mit denen er Sie erpressen kann. Nein, er möchte viel mehr wissen, ob er eventuell Gemeinsamkeiten mit Ihnen hat. Vielleicht gibt es Übereinstimmungen bei den Hobbies? Das wäre doch ein prima Anknüpfungspunkt! „Nicht zuletzt dient ein kleiner Checkup dazu, den Gesprächspartner besser einschätzen zu können. So gehen Bewerber bedeutend ruhiger ins Gespräch, wenn sie sich im vorhinein auf ihr Gegenüber einstellen können“, weiß Luise Köhler von der Jobbörse ABSOLVENTA.


Die Relevanz von Online Reputation Management wird noch von vielen Personalmanagern unterschätzt


5 Tipps für einen besseren Ruf im Netz

Was hat das Netz über Sie zu berichten? Haben Sie Uralt-Informationen entdeckt, die aktuell keine Daseins-Berechtigung im Netz haben? Dann bitten Sie den Webseiten-Betreiber, diese Inhalte zu löschen. Haben Sie veraltete Social-Media-Profile entdeckt? Misten Sie aus und überprüfen Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen. Haben Sie garnichts über sich gefunden? Dann helfen diese 5 Tipps dabei, ihre Reputation als Spezialist zu stärken.
 

1.) Warum ein Personalmanager nicht anonym bleiben sollte

Unglaublich, aber wahr: Einige Personalmanager verzichten bewusst auf Kontaktdaten in Stellenanzeigen bzw. auf ihrer Karriereseite. Und zwar aus Angst vor nervenden Personaldienstleistern! Mehr dazu erfahren Sie im entsprechenden Blog-Eintrag von Henrik Zaborowski.

Dabei wird eine persönliche Ansprache des zuständigen Personalmanagers im Anschreiben ja quasi vorausgesetzt. Bewerbungen, die mit „Sehr geehrte Damen und Herren, ...“ beginnen, landen doch bei Ihnen von vorn herein im Papierkorb, oder? Denn schließlich wird ein halbwegs intelligenter, motivierter Bewerber den Namen des zuständigen Ansprechpartners irgendwie herausfinden, nicht wahr?

Für Stellen, auf die Sie ohnehin Dutzende Bewerbungen pro Tag erhalten, mag das ein wirksames Filterinstrument sein, um die Bewerberflut zumindest etwas einzudämmen. Aber was machen Sie mit Stellen, auf die sich auch so schon kaum ein Kandidat bewirbt? Zum Beispiel für Positionen im MINT-Bereich, für die obendrein auch noch Spezial-Kenntnisse verlangt werden? Wollen Sie wirklich die wenigen passenden Kandidaten abschrecken, indem Sie die Kontaktaufnahme derart erschweren?
 

2.) Sich als Experte positionieren

Als Personalmanager haben Sie wahrscheinlich irgendwas mit BWL studiert und sich dann auf Personalmanagement spezialisiert. Oder Sie kamen über die

Psychologie-Schiene in das Human Resource Management. Vielleicht sind Sie auch einer dieser ominösen Quereinsteiger. Wie auch immer Sie auf den Stuhl gelangt sind, auf dem Sie jetzt gerade sitzen – Sie haben sich dafür viel Fachwissen über Personalmanagement angeeignet.

Während Ihres Studiums haben Sie wahrscheinlich die ein oder andere wissenschaftliche Arbeit geschrieben. Wenn Sie diese z. B. bei GRIN veröffentlichen – vorausgesetzt die Studienordnung Ihrer ehemaligen Universität lässt es zu – können Sie sich sowohl Bewerbern als auch zukünftigen Arbeitgebern gegenüber als HR-Experte präsentieren. Kleiner Bonus: Für jeden Download Ihres Dokuments landet ein bisschen Geld für die Kaffeekasse auf Ihrem Konto.

Für Interviews oder Gastbeiträge in Zeitungen oder HR-Online-Portalen fehlt Ihnen die Zeit? Nehmen Sie sich diese hin und wieder, um Ihr Fachwissen nach außen zu kommunizieren. Das wird sich spätestens dann auszahlen, wenn Sie doch einmal nach einem anderen Arbeitgeber Ausschau halten. „Dabei muss man nicht immer gleich ein wissenschaftliches Pamphlet veröffentlichen. Es hilft schon, sich auf dem Laufenden zu halten und hin und wieder konstruktive Kommentare zu Online-Artikeln oder Blog-Beiträgen zu verfassen“, rät Luise Köhler von ABSOLVENTA.
 

3.) Social Media professionell nutzen

Vermutlich lehne ich mich damit zu weit aus dem Fenster aber ich nehme jetzt einfach mal an, alle Leser dieses Artikels verfügen über ein Xing-Profil. Vielleicht sind Sie darüber hinaus auch noch bei LinkedIn und Twitter unterwegs? Aber nutzen Sie diese Social Media-Plattformen auch wirklich für Ihre Arbeit? Oder lediglich, um sich mit Kollegen zu „connecten“?

Idealerweise schreiben Sie wie Robindro Ullah einen eigenen Blog. Dann können Sie auf all Ihren Social Media-Kanälen die Links zu Ihren neuesten Beiträgen teilen. Falls Sie nicht regelmäßig über HR-Themen schreiben, können Sie sich dennoch in Diskussionen, z. B. innerhalb von Xing-Gruppen, mit Ihrer fachlichen Meinung einbringen.

Natürlich kann und will nicht jeder Personalmanager wie Robindro Ullah zum „Celebrity-Personaler“ werden. Dennoch kann es nicht schaden, das eigene Know-how nach außen hin zu kommunizieren. Denn mal ehrlich: Fänden Sie als Bewerber nicht auch ein Unternehmen interessant, in dem nachweislich Leute arbeiten, die wirklich Ahnung von Ihrem Job haben? Womit wir malwieder beim Thema Employer Branding wären.
 

4.) Auf die Optik achten

Es klingt vielleicht banal, aber ein gutes Foto ist viel wert. Sind im World Wide Web also Bilder von Ihnen zu finden, sollte idealerweise jedes davon von einem professionellen Fotografen aufgenommen und ggf. bearbeitet worden sein.

Haben Sie sich die Mühe gemacht, eine eigene Homepage oder einen Blog einzurichten, sollten Sie darauf achten, dass nicht nur der Inhalt, sondern auch die grafische Gestaltung professionell wirken. Falls Sie keinen Blick für schönes Design haben, sollten Sie auf Baukastensysteme zurückgreifen. Versuchen Sie darüber hinaus genügend Raum zwischen Seitenrand, Text und Bildern bzw. Videos einzuhalten, sonst wirkt alles schnell gequetscht. Darüber hinaus sollten Sie idealerweise maximal drei verschiedene Schriftgrößen verwenden, sonst wirkt die Seite unstrukturiert.

Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen wäre ein konsistentes Design – und zwar auf allen Ihren Seiten! Entweder Sie nutzen das Corporate Design Ihres Arbeitgebers (sofern dieser das gestattet) oder Sie nutzen die Farbe(n) und die Schriftart, die Ihnen am besten gefallen. Wichtig ist dabei, dass das Ganze einen Widererkennungswert besitzt.
 

5.)  Wie Sie aufs Google-Treppchen kommen

Sicherlich ist Ihnen schon einmal der Begriff Suchmaschinenoptimierung – kurz SEO – zu Ohren gekommen. Dafür ist bei Ihnen im Hause wahrscheinlich das Online Marketing zuständig.

Wenn Sie nicht gerade Anna bzw. Hans Müller heißen, haben Sie ganz gute Chancen, mit Ihrem Namen bei Google auf der ersten Seite zu landen. Vorausgesetzt, Sie haben interessante Dinge zu erzählen. Der SEO-Experte spricht hier auch von „relevantem Content“.

Hier ein paar Grundlegende Tricks, die Ihr Google-Ranking verbessern:

Ihr Name ist der Suchbegriff. Versuchen Sie daher, ihn so oft wie möglich auf
  verschiedenen Internetseiten unterzubringen – idealerweise im Zusammenhang mit
  interessanten Inhalten zu HR-Themen.

Google liebt gute Texte in Verbindung mit dazu passenden Bildern und Videos. Gibt es also im
  Netz längere Text-Beiträge von Ihnen, auf die Sie administrativen Zugriff haben, dürfen Sie diese
  gerne optisch unterstützen.

Interne Verlinkungen dienen interessierten Usern als eine Art virtueller Fahrplan. Damit können
  Sie bestimmen, auf welche Seiten Personen geführt werden, wenn sie nach Beiträgen von Ihnen suchen.

Externe Verlinkungen innerhalb Ihrer Texte werden von Google ebenfalls positiv bewertet, sofern es
  sich um interessante und fachlich relevante Webseiten handelt. Benutzen Sie z. B. einen
  Fachbegriff, können Sie auf die Wikipedia-Definition dazu verlinken.

Google AdWords ist ein nützliches Tool, um herauszufinden, welche Begriffe am häufigsten
  gesucht werden. In Deutschland wird z. B. „Arbeitgebermarke“ etwas häufiger gegoogelt als
  „Employer Brand“. Schreiben Sie also zu diesem Thema, sollten Sie den Begriff, der häufiger gesucht
  wird, verstärkt in Ihren Text einstreuen. 

Noch mehr Tipps und Tricks zum Thema Suchmaschinenoptimierung finden Sie im Artikel Firmenprofil: Besucherzahl mit SEO steigern von Lukas Große Klönne