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THINK TANK Trainee-Programme 2016: Trainee-Trends auf der Spur

von Bettina Wilde

Der 15. November 2016 stand bei ABSOLVENTA ganz im Zeichen des offenen Austauschs: Bereits zum 5. Mal fand der THINK TANK Trainee-Programme statt. In diesem Jahr luden wir die hochkarätigen Speaker und über 50 HR-Experten von Top-Unternehmen ins Telefónica BASECAMP im Herzen Berlins ein.

Karriereperspektive deluxe: Trainee-Programme als Erfolgsmodell

Den Auftakt machte PR-Profi Sascha Theisen, der – mit weniger Fußballwitzen als angekündigt – nicht nur charmant durch den Tag führte, sondern auch selber mit zwei Vorträgen inhaltlich vertreten war. Zu Beginn stellte er die Ergebnisse einer Umfrage unter 150 Trainees vor, die ABSOLVENTA in Kooperation mit trendence, Europas führendem Forschungsinstitut im Bereich Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting, durchgeführt hat. Dabei kamen spannende und zum Teil überraschende Ergebnisse raus: 93 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bereits als Trainee höchst eigenverantwortlich arbeiten durften. Dafür waren nur 49 Prozent mit dem Weiterbildungs-Angebot zufrieden. Für den Großteil ist ein Trainee-Programm dennoch ein internes Karrieresprungbrett und eine Ausbildung auf dem höchsten Niveau: 78 Prozent sahen ihre Erwartungen voll erfüllt, 74 Prozent nahmen die ihnen im Anschluss angebotene Festanstellung an.

Neue Impulse in spannenden Fachvorträgen

Mit diesem Einstieg war eine gute Grundlage geschaffen, um über Trainee-Programme als absolutes Erfolgsmodell auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu sprechen und neue Impulse zu setzen. Bühne frei für Sabrina Sieling von unserem Gastgeber Telefónica, die das neue Trainee-Programm „Onlife Graduates“ des größten Mobilfunkanbieters Deutschlands vorstellte. Das Besondere an der Trainee-Ausbildung: Die Trainees werden nicht nur in verschiedenen Business Units des Konzerns eingesetzt, sondern arbeiten eine Startup-Idee aus. Diese pitchen sie im „Shark Tank“ vor Sponsoren aus dem Management und setzen sie bis zum Ende des Programms um. Das Ziel ist, junge digitale Talente so auszubilden, dass sie als „Digital Rockstars“ im Zeitalter der Digitalisierung wichtige interne Veränderungen anstoßen und mit Machermentalität umsetzen. Die Vorstellung des Programms kam nicht nur gut an, sondern stieß auch eine lebhafte Diskussion im Anschluss an den Vortrag an, sodass Zuhörer und Vortragende in Redelaune in die erste Kaffee- und Schnittchen-Pause starteten.

Der nächste Redner, Prof. Dr. Ingo Weller, lobte Sabrina Sieling für ihren Vortrag und betonte die Qualität der anschließenden Diskussionsrunde. Dabei weiß er, wovon er spricht: Als „Hüter der Trainee-Auszeichnung“, die für besonders faire und karrierefördernde Trainee-Programme einmal im Jahr an Unternehmen verliehen wird, ist er Experte für qualitativ hochwertige Trainee-Ausbildungen. Im folgenden Vortrag ging er auf die diesjährige Qualitätsprüfung ein, erklärte, nach welchen Kriterien diese stattfand und inwiefern es sich bei der Auszeichnung um ein Lerninstrument handelt. Dabei lud er die Anwesenden zum offenen Austausch ein, um die der Prüfung zugrundeliegenden Fragestellungen zu optimieren.

Das „böse F-Wort“ dominierte den nächsten Beitrag, und das völlig zurecht, denn Dominik A. Hahn von der Allianz sprach darüber, was im HR-Bereich so richtig schiefgehen kann – in seinem packenden Vortrag stellte er seine drei größten HR-Fuckups der letzten Zeit vor. Dazu gehörte beispielsweise die Idee, einen WhatsApp-Service für Bewerber einzurichten: Was sich so leicht anhört, erforderte wochenlanges Warten auf die Genehmigung, ein iPhone anzuschaffen, ellenlange Excel-Tabellen mit Risikoabwägungen sowie teure Tests und zahlreiche Arbeitsstunden. Weitere Fuckups hatte er bei der Einführung von Mobile Recruiting sowie der Anschaffung intelligenter Tools, die dann nicht genutzt wurden, erlebt. Aus dem ursprünglichen Scheitern ergaben sich jedoch spannende Learnings, die nicht nur ihn, sondern alle Anwesenden für die Zukunft inspirierten. Die anschließende Fragerunde konzentrierte sich auf den WhatsApp-Fuckup – offensichtlich ein spannendes Thema in der HR-Branche mit Trend-Potenzial.

Nach Kaffee und Kuchen gab es ein Wiedersehen mit Sascha Theisen, der zusammen mit HR-PR-Consultant Dr. Manfred Böcker zu mehr Mut im Employer Branding aufrief: Die HR-Experten stellten die Ergebnisse zweier gemeinsam durchgeführter Arbeitsmarktstudien zu diesem Thema vor. Auf der Anklagebank: Stellenanzeigen und Karriereseiten von DAX30 Unternehmen, die statt auf Differenzierung zum Beispiel auf endlose Wortwiederholungen, aufgesetzte Mitarbeiter-Testimonials, massig Nominalstil oder „gleichförmige Adjektivitis“ setzen. Ganz weit vorne waren inflationär genutzte Buzzwords wie „Leidenschaft“, „spannend“ und „weltweit“, aber auch Abkürzungen wie „u.a.“ und die Endung „-ung“, durch die in Stellenanzeigen bis zu 70-mal nominalisiert wird. Der Aufruf zu mehr Storytelling, Emotionalität und Glaubwürdigkeit anstelle von werblicher Trivialität bildete zusammen mit dem Schlusswort von Christoph Jost, dem Geschäftsführer von ABSOLVENTA, das Ende des offiziellen Teils des THINK TANKS.

Das Beste kommt zum Schluss

Nach so viel Input hatten sich die Speaker und HR-Experten das Feierabend-Bier mehr als verdient. Zum gemütlichen Ausklang des Tages zogen wir auf die andere Spreeseite in das Restaurant „Berliner Republik“ um, wo wir bei typisch Berliner Speis und Trank einen sehr geselligen Abend erlebten.

Fazit: Ein mehr als gelungener Tag, an dem wir nicht nur den Trends rund um Trainee-Programme auf der Spur waren, sondern sich viele Gelegenheiten zum Networken boten und – wie immer bei ABSOLVENTA – auch der Unterhaltungsfaktor groß war. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr, wenn es beim Trainee THINK TANK 2017 wieder heißt: „Offen diskutieren, austauschen, Spaß haben!“