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Fundstück: Undercover-Recruiting-Video von Brandpunkt

Recruiting-Video zum Schmunzeln: Die Marketingagentur „Brandpunkt“ greift den Rummel um Günther Wallraffs Burger King-Reportage auf, um gezielt mit dem vermeintlich schlechten Arbeitgeber-Image der Werbebranche aufzuräumen – inklusive kleiner Seitenhiebe auf die Agenturkonkurrenz. 

Während Burger King mit den negativen Folgen einer Undercover-Reportage von Günther Wallraff kämpft, nutzen andere die Publicity zu ihren Gunsten. Allen voran die Marketingagentur „Brandpunkt“, die kürzlich ein Recruiting-Video im Undercover-Stil Wallraffs veröffentlichte. Ziel des Filmchens ist es, bezüglich der eigenen Agentur mit dem schlechten Arbeitgeber-Image der Werbebranche aufzuräumen: lange Arbeitszeiten, kaum Zeit für's Privatleben. 


Praktikant mit versteckter Kamera

Die „Reportage“ beginnt zunächst mit dem Interview eines Insiders, der zugibt, regelmäßig bis 0 Uhr oder 1 Uhr in seiner Agentur zu arbeiten. Dabei sieht man im Hintergrund, wenn auch unscharf, die große Konkurrenzagentur „Scholz & Friends“. Anschließend infiltiert ein vermeintlicher neuer Praktikant die Büroräume von „Brandpunkt“, um sogleich Hinweise für ähnlich schlimme Arbeitsbedingungen zu suchen. Gefilmt wird das Ganze typischerweise mit einer schlecht auflösenden, versteckten Kamera. Erfolgreich ist der vermeintliche Reporter mit seiner Suche allerdings nicht. Alle neuen Kollegen, die er zum Thema befragt, geben antworten wie „manchmal kann es auch viertel nach sechs werden“ oder „ich arbeite nur 80%, um mehr Zeit für meine Familie zu haben“. 

Recruiting-Video Brandpunkt
Screenshot aus dem Video (Bild: Brandpunkt / Youtube)


Unterschwelliges Personalmarketing

Ganz nebenbei kommuniziert das Video weitere Informationen über „Brandpunkt“ als potentiellen Arbeitgeber, etwa einen Ausschnitt des Kundenportfolios sowie Eindrücke moderner Büroräume und netter Kollegen. Auch ein Hinweis auf die aktuellen Stellenausschreibungen der Agentur fehlt nicht. "Wir wollten den Hype um die Wallraff-Dokumentationen nutzen und mit den Erwartungen an eine Undercover-Reportage spielen. Mit dem Video ist es uns gelungen, Brandpunkt als attraktiven Arbeitgeber im digitalen Umfeld zu positionieren" so Markus Obladen, Creative Director von „Brandpunkt" gegenüber ABSOLVENTA Jobnet.

Alles in allem macht das Recruiting-Video von „Brandpunkt einiges richtig:

  • Es greift aktiv Kritik an den Arbeitsbedingungen der Branche auf – mit Seitenhieben auf die Konkurrenz
  • Es nutzt den Publicity-Hebel einer aktuellen Diskussion und wird so auch abseits von Fachmedien interessant
  • Es kommuniziert die Vorteile von „Brandpunkt“ als Arbeitgeber nicht frontal-plakativ, sondern unterschwellig und dadurch glaubwürdiger
  • Der Undercover-Stil vermittelt Authentizität und einen wohltuenden Kontrast zu anderen, meist auf Hochglanz getrimmten Recruiting-Videos

Aber sehen Sie selbst. Hier das Recruiting-Video der Marketingagentur „Brandpunkt“ im Undercover-Stil:

 

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