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Was Sie tun können, wenn die Anforderungen des Hiring Managers zu hoch sind

von Daniel Furth


In unserer neuen Serie "Personaler fragen, ABSOLVENTA Jobnet antwortet" greifen wir Fragen aus dem HR-Arbeitsalltag auf. Die Antworten kennen unsere erfahrenen Kundenbetreuer. An dieser Stelle werden Sie von nun an regelmäßig ihr Wissen mit Ihnen teilen. Schildern Sie uns hier gerne auch Ihr Problem, vielleicht können wir Ihnen helfen! Heute geht es um folgende Frage:


"Mit welchen Argumenten kann ich dem Hiring Manager
begegnen, wenn seine Anforderungen zu spezifisch sind?"

 

James M. Barker, Senior Account Manager bei ABSOLVENTA Jobnet weiß, wie Sie mit dieser heiklen Situation umgehen können:

Sie kennen das: Ein Hiring Manager möchte eine Stelle in seiner Fachabteilung besetzen. Am besten soll der Kandidat die Anforderungen X, Y und Z erfüllen, einige Jahre Berufserfahrung besitzen und Zeit im Ausland verbracht haben, aber auf keinen Fall über 30 sein.

Schließlich soll das Team jung und dynamisch bleiben. Und die Stelle bitte nach spätestens vier Wochen besetzt sein.

So weit, so gut.

Doch Sie wissen: Diesen Kandidaten gibt es auf dem Markt eigentlich nicht. Die Anforderungen sind viel zu eng und viel zu spezifisch.


Sie sind der Fachmann

Natürlich ist es Ihr Job, diese Stelle zu besetzen. Doch realistisch sind die Wünsche der Fachabteilung deswegen noch lange nicht. Schließlich sind Sie der Fachmann und kennen Ihren Recruiting-Markt genau. Treten Sie also mit dem Selbstbewusstsein eines Experten auf!

Mit folgenden Tipps können Sie unendlich lange Personalbeschaffungsprozesse verhindern, mit denen am Ende keiner glücklich ist – und nebenbei Ihr Standing im Unternehmen als echter Business Partner stärken.


4 Tipps, wie Sie mit Hiring Managern konstruktiv verhandeln

Versuchen Sie, dem Hiring Manager klar zu machen, dass er die Nadel im Heuhaufen sucht. Greifen Sie auf Ihre Erfahrungen mit ähnlich spezifischen Ausschreibungen zurück und machen Sie deutlich, wie lange ähnliche Stellen unbesetzt blieben. Sollten Sie selbst nicht über genug Erfahrung verfügen, sprechen Sie mit älteren HR-Kollegen aus Ihrem Netzwerk, dem Berater Ihrer Personalagentur oder auch mit ABSOLVENTA Jobnet. Wenn Ihnen der Hiring Manager jetzt immer noch nicht glaubt, könnten Sie noch Arbeitsmarktdaten und Studien zu Rate ziehen. 
 

Sollten all diese Argumente nicht wirken, verlegen Sie sich auf den Kostenpunkt. Je spezifischer die Ausschreibung, umso mehr Anzeigen müssen Sie auf verschiedenen Börsen schalten. Dabei lässt es sich nicht vermeiden, dass Sie mehr unpassende Bewerbungen bearbeiten müssen. Das kostet Zeit und Geld. Und nicht zuletzt: Produktivität und Wachstum der Fachabteilung leiden an jedem Tag, an dem die Stelle unbesetzt ist. Das sollte den Hiring Manager aufhorchen lassen.
 

Die Zeiten, in denen man für jede spezifische Stelle erfahrene Fachkräfte anheuern konnte sind schlichtweg vorbei – die meisten Hiring Manager sind sich dessen nur noch nicht so recht bewusst. Um eine spezifische Stelle schlussendlich besetzen zu können, reicht es aber häufig schon aus, ein spezifisches „Killer-Kriterium“ aus der Ausschreibung zu streichen.
 

Setzen Sie sich dazu mit der Fachabteilung und der Personalentwicklung zusammen. Identifizieren Sie „Killer-Kriterien“ und prüfen Sie, ob Sie nicht in der Lage wären, diese Fähigkeit nach der Einstellung intern zu entwickeln. Sollten Sie feststellen, dass Sie auf lange Sicht gewisse Fähigkeiten öfter ausbilden werden müssen (beispielsweise, weil Ihr Unternehmen ein sehr spezifisches Produkt herstellt), plädieren Sie für eine Systematisierung dieses Prozesses. Argumentieren Sie bezüglich der Kosten auch hier mit der sonstigen Besetzungsdauer der Vakanz.
 

Am Ende werden so alle glücklich sein: Sie konnten die Vakanz schnell besetzen. Die Personalentwicklung konnte auf ihrem Gebiet glänzen. Und der Hiring Manager bekommt eine auf die Stelle zugeschnittene Fachkraft schneller, als das mit der spezifischeren Ausschreibung möglich gewesen wäre. 


James M. Barker, Senior Account Manager bei ABSOLVENTA Jobnet

James M. Barker ist Senior Account Manager bei ABSOLVENTA Jobnet. Vorher sammelte er mehrere Jahre lang bei einer großen deutschen Personalagentur Erfahrung in der Personalbeschaffung.

 

 


 


Ihnen brennt eine Frage unter den Fingernägeln?

Dann schreiben Sie uns  – James M. Barker oder einer unserer anderen erfahrenen HR-Berater hat sicher eine Antwort parat. 

 

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