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So mobil ist das Konzern-Recruiting

von Daniel Furth

Keine Frage: die Nutzung des Internets mit mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets nimmt stetig zu – auch was die Jobsuche betrifft. Alleine der mobile Anteil aller Besuche im ABSOLVENTA Jobnet hat sich zwischen Januar 2012 und Oktober 2013 mehr als verdreifacht auf zuletzt über 18 Prozent. Einige weitere interessante Zahlen liefert unsere Infografik „Mobile Recruiting“ .

Und jetzt fragen Sie sich, ob Sie sofort auf diesen rasenden Schnellzug namens „Mobile Recruiting“ aufspringen sollen? Unsere Jobnet-Experten Henrik Zaborowski und Dominik Hahn raten von Torschlusspanik ab. Letzterer beleuchtet in seinem Artikel zudem die mobilen Karrierekanäle bei der Allianz SE und der Telekom. Und weil es nie schaden kann, zu wissen, wie weit die großen Arbeitgeber bei ihren Mobile Recruiting-Bemühungen sind, hat ABSOLVENTA Jobnet bei einigen nachgefragt.
 

Bundeswehr macht schon länger mobil

Seit einiger Zeit bekommt die Bundeswehr nicht mehr jedes Jahr 60.000 potentielle Nachwuchskräfte in Form von Wehrpflichtigen auf den Kasernenhof geliefert. Mittlerweile muss sich also auch einer der größten Arbeitgeber des Landes auf dem freien Markt um neues Personal bemühen. Bereits Ende 2010 boten die Streitkräfte in Form einer App die Möglichkeit, sich unterwegs über Berufswege in Flecktarn zu informieren. Diese App wird momentan überarbeitet und an die mittlerweile größeren Bildschirme und höhere Leistungsfähigkeit der neueren Geräte angepasst – dies geschieht durch den internen IT-Dienstleister BWI. 

Die Zeit der direkten mobilen Bewerbung sieht man bei der Bundeswehr allerdings noch nicht gekommen. Zwar werden bald alle Bewerbungsprozesse der Armee durchgängig online möglich sein. Ob das aber auch auf den mobilen Bereich ausgedehnt wird, steht noch in den Sternen. Zunächst möchte die Bundeswehr das Nutzerverhalten weiter beobachten. 


Mobile Recruiting bei BMW

Mit seinen i-Modellen wagt BMW als einer der ersten Premium-Hersteller einen großen Schritt in Richtung Elektromobilität. Doch auch was Mobile Recruiting angeht, macht der bayrische Autokonzern eine gute Pace. „Die Zugriffszahlen belegen das große Potential mobiler Angebote. In unserem Management genießt das Thema eine hohe Aufmerksamkeit“, bestätigt Stefanie Höll, Spezialistin für Online und Social Media Marketing bei BMW. So erweitern die BMW-Personaler ihre Printanzeigen schon seit langem mit QR-Codes und Augmented Reality-Anwendungen, um multimediale Inhalte schnell verfügbar zu machen.

An Hochschulen sorgt der Location Based-Service „Foursquare“ für Aufmerksamkeit in der begehrten Zielgruppe der Studenten und Absolventen. Mit dieser App können sich User an bestimmten Standorten anmelden, sich mit anderen vernetzen oder standortbezogene Informationen bekommen – in diesem Fall über Karrieremöglichkeiten bei BMW.

Das Mobile Recruiting-Herzstück des Fahrzeugkonzerns ist der komplett mobil optimierte Stellenmarkt, in dem alle offenen Stellen publiziert und per selbst gewählten Suchbegriffen oder nach Tätigkeitsfeldern gesucht werden können. Was allerdings fehlt, ist eine mobile Bewerbungsmöglichkeit. BMW bietet jedoch eine Merkfunktion für die Vakanzen an, mit deren Hilfe man am Desktop-Rechner die Bewerbung dann auf klassischem Wege fortsetzen kann. Zudem besitzen die mobil optimierten Stellenanzeigen eine Anruffunktion, wodurch man den zuständigen Recruiter mit einem Knopfdruck direkt erreichen kann. 

Mobile Recruiting: Bei BMW in allen Facetten

Abgerundet wird das mobile Recruiting-Angebot bei BMW von der brandneuen Karriereseite im Fluid Design und einer Google Maps-Applikation, auf der alle weltweiten Standorte und deren Karrieremöglichkeiten dargestellt werden.


BASF - mehr mobile Branding als Mobile Recruiting

Auch BASF nutzt QR-Codes, um Interessenten von gedruckten Stellenanzeigen ins mobile Internet zu lotsen. Dazu wurde der komplette Karrierebereich 2012 mobil optimiert. Auch auf seinen Karriereseiten bei Facebook sieht der Chemiekonzern einen mehrheitlich mobilen Traffic.

Die mobilen Bemühungen gehen bei BASF insgesamt allerdings eher in Richtung Employer Branding. Sowohl die Stellensuche als auch das Bewerbungssystem sind mit mobilen Geräten kaum bis gar nicht nutzbar. Laut eigener Aussage arbeitet BASF hier an Lösungen. Umsetzung: ungewiss.


Daimler mit App und mobiler Volloptimierung

Genauso wie BMW macht der Daimler-Konzern in Sachen Mobile Recruiting eine gute Figur. Vor allem die App „Daimler Jobs“ ist ein „wichtiges Element unserer HR Marketing- und Recruitingstrategie im Web 2.0“, sagt Peter Berg, Leiter Global Talent Acquisition & Development bei Daimler.

Das kostenlos im App-Store verfügbare Tool stellt alle Stellenausschreibungen des Konzerns dar und bietet komfortable Filterfunktionen. Integriert ist zudem ein Jobagent, der die Nutzer per Push-Benachrichtigung über offene Stellen informiert, die zu vorab festgelegten Suchkriterien passen.

Auch die Daimler-Karriereseite bildet den Stellenmarkt des Konzerns in mobiler Volloptimierung ab, inklusive gängiger Employer Branding-Maßnahmen und Informationen zu verschiedensten Karrieremöglichkeiten. Die One-Click-Bewerbung ist allerdings auch beim Stuttgarter Fahrzeugfabrikanten auf mobilem Wege noch nicht möglich.


Die Bahn kommt – auch in Sachen Mobile Recruiting

Seit Mai 2013 hat auch die Deutsche Bahn ihren kompletten Karriereauftritt im Internet für mobile Geräte optimiert. Dazu wurde die Karrierewebseite in Responsive Design neu gestaltet und auch die Seitenstruktur vereinfach, sodass sich der Auftritt per Smartphone und Tablet reibungslos bedienen lässt. Dabei gibt es für Smartphone und Tablet unterschiedliche Versionen.

Neben reinen Informationsseiten bietet die Bahn auch den kompletten internen Stellenmarkt mobil an. Der lässt sich mit Tablet und Smartphone gleichermaßen komfortabel durchsuchen, per Tablet lässt sich sogar der Bewerbungsprozess einleiten. Vom Smartphone kann man sich lediglich per Mail einen Link schicken lassen, um die Bewerbung dann an größeren Geräten fortzusetzen.

Dafür bietet die Smartphone-Variante Vorteile wie eine Umkreis-Stellensuche, diese stützt sich auf die GPS-Angaben des Mobilgeräts. Eine Karriere-App darf da natürlich auch nicht fehlen. Der mobiloptimierte Relaunch der Bahn-Seiten war teil der Arbeitgeberkampagne „Kein Job wie jeder andere“, welche kürzlich mit dem Queb-Award „Excellence Employer Branding Kampagne“ ausgezeichnet wurde. Angesichts der sehr weit gehenden Umsetzung der Mobiloptimierung zu recht – obgleich das mobile Stellenportal von einigen Seiten auch Kritik erntete.

Sie interessiert, was Bewerber über Mobile Recruiting denken? Dann hilft Ihnen unsere „Infografik Mobile Recruiting“.