HR-News & Trends

Serie: Next Generation Recruiter (2): Umgang mit Technik, Apps und Gadgets

von Robindro Ullah


Aufgrund der allgemeinen Technisierung ändern sich auch die Instrumente, mit denen Recruiter täglich arbeiten. Verschiedenste mobile und stationäre Endgeräte bestimmen jedoch nicht nur die Arbeit des Recruiters, sondern auch die Lebenswelt ihrer Zielgruppen. Das heißt zwar nicht, dass man jede technische Neuerung im Schlaf beherrschen muss, über die wesentlichen Funktionen und Einsatzmöglichkeiten sollte man aber im Bilde sein.

Der technische Fortschritt durchdringt nicht nur das Privatleben, sondern vor allem auch den Arbeitsalltag. Das hier postulierte Berufsbild des Recruiters der nächsten Generation ist von beiden Prozessen in mehrfacher Hinsicht betroffen. Neben sogenannten Gadgets wie Smartphones, IPods, PSP Vita und ähnlichem im privaten und beruflichen Bereich, ist die Arbeit von Recruitern immer mehr von Bewerber-Management-Systemen, Content-Management-Systemen, Applicant-Targeting-Systemen und anderer Software geprägt. Eine technisierte Welt, in der sich die nächste Generation der Recruiter zuhause fühlen sollte.

Die Trendwende vom „Post&Pray“-Recruiting hin zu einem vertriebsähnlichen Verkaufen von Vakanzen drängt Recruiter zudem in die Situation, sich mit den Gadgets, der Software und den Medien ihrer Zielgruppe vertraut zu machen. Der Kunde, in diesem Fall der Bewerber, und seine Lebenswelt müssen verstanden werden, um die Zielgruppe dort abzuholen, wo sie sich tummelt oder primär nach Jobs sucht. Wer zudem seine Stellenanzeigen technologisch aufpeppt, sticht besonders bei jungen Jobsuchenden und Vertretern der IT-Branche hervor. Technik wird so zu einem omnipräsenten HR-Thema.

 

Die Technisierung des Recruiter-Berufs

Nicht nur Büroberufe unterliegen dem technologischen Wandel. Für die Aufgaben eines Zugbegleiters (ehemals Schaffner) genügte jahrzehntelang eine schnörkellose mechanische Zange. Heute erleichtert ihm das sogenannte Mobile Terminal (MT2) das Leben vor allem beim Scannen von Mobil- und Online-Tickets. Von einem Werkzeug im klassischen Sinne ging die Entwicklung also zu einem hoch komplexen, mobilen Endgerät.

Eine ähnliche Entwicklung beobachtet man beim Berufsbild des Recruiters. In der Wandlung vom Schreibtischtäter zu einem proaktiven Kommunikationsexperten wird das Smartphone/Tablet zu einem unentbehrlichen Arbeitsgerät. Doch der optimalen Nutzung stehen zwei Hürden im Weg. Zum einen sind Vorgesetzte bisweilen schwer zu überzeugen, in die moderne Ausstattung eines Recruiters zu investieren. Zum anderen müssen auch die Recruiter selbst erst mit den neuen Möglichkeiten vertraut gemacht werden, wovor sich der eine oder andere noch scheut. Nichts ist jedoch peinlicher als ein Recruiter, der auf einer Messe die Augmented Reality-Stellenanzeige des eigenen Unternehmens auf seinem Smartphone nicht zum Leben erwecken kann.
 

Spielend Vakanzen besetzen

Es werden auch in Zukunft Gadgets auf den Markt kommen, die nicht zur Grundausstattung eines Recruiters der nächsten Generation gehören. Mit Fokus auf die jüngere Recruiting-Zielgruppe lohnt sich beispielsweise ein Blick in die Computerspiele-Branche, die einer ungeheuren Entwicklungsgeschwindigkeit unterliegt. Das Thema Spiele wird unter dem Schlagwort „Gamification“ auch in die Arbeit des Recruiters Einzug halten und dort zukünftig neben dem Mobile Recruiting einer der Hauptkanäle werden. Ein Beispiel ist in diesem Kontext www.fliplife.de – eine Variante, Arbeitgeber und vor allem Jobs und Karrierewege auf spielerische Weise zu skizzieren. Noch weiter ging die Werbeagentur Saatchi & Saatchi, die Job-Interviews mit Programmierern durchführte, indem diese mit dem Geschäftsführer eine Runde des Action-Spiels Diablo III spielten. Zudem lockte die Teilnehmer ein im Spiel sehr wertvolles Schwert als Geschenk.

Da „Spaß“ für junge Mitarbeiter einen wichtigen Faktor am Arbeitsplatz darstellt, bietet sich das spielerische Recruiting geradezu an. Von einem Recruiter der nächsten Generation könnte man beispielsweise erwarten, sich mit der Handheld-Konsole „PSP Vita“ auseinanderzusetzen und dabei netzwerk- und standortbasierte Komponenten nicht zu vergessen. Der Variantenreichtum erscheint hinsichtlich des „Gamification“ unermesslich groß. Generell geht die Zahl der Recruiting-Möglichkeiten mit einer weitergehenden Technisierung gegen unendlich.

Lesen Sie im dritten Teil unserer Serie „Next Generation Recruiter“, wie der moderne Recruiter zum Repräsentanten der Arbeitgebermarke wird.
 

Alle Teile der Serie im Überblick: Alle Teile der Serie "Next Generation Recruiter" im Überblick:

Intro: Recruiter damals und heute – eine Bestandsaufnahme
Teil eins: HR-Kommunikation
Teil zwei: Umgang mit Technik, Apps und Gadgets
Teil drei: Zeit-, Selbst- und Online-Reputation-Management
Teil vier: Social Media-Recruiting
Teil fünf: Innovation und Kreativität im Recruiting
Teil sechs: Navigation und interne Kommunikation

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Experten-Videointerview: Tim Verhoeven über Recruiting 2014

von Tim Verhoeven

HR-Controlling kann auch schön sein | Tool

von Daniel Furth

4 Tipps für die optimale Zusammenarbeit mit Personalberatern

von Tim Verhoeven